Sa 17. Dezember 20:00 Einlass 19:00
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Isolation Berlin

Und aus den Wolken tropft die Zeit - Tour + Der Ringer
Sa 17 Dez 20:00 Einlass 19:00
Tickets Tickets Tickets auch an allen bekannten Vorverkaufsstellen verfügbar

Die Trostlosigkeit hat uns zusammengeführt, wir sind versunken in der Isolation Berlin.
Vier gebrochene Herzen, die die Wogen der Großstadt wie Abfallprodukte der Spaßgesellschaft in die rauchigsten Bars der Stadt geschwemmt hat.
Wo wir das Fassbier gierig wie halb verhungerte Waisenkinder aufsogen als sei es Muttermilch. Und mit trüben Augen den blauen Rauchwolken hinterher sahen, die wir ausspiehen wie alte verwundete Drachen, denen die Flügel zu schwer geworden sind.
Dort trafen wir uns. Vereint durch unsere Hoffnungslosigkeit, durch die Trauer in unseren Augen, durch die Kälte in unseren Herzen.
Während wir uns einhüllten in Rauchschwaden und unsere gequälten Seelen mit dem Dämon Alkohol endgültig zu morden versuchten, flog uns so manches düstere Lied zu, wie böse Träume in schwarz umwölkter Nacht.
Und indem wir sie mit bebender Brust aus unseren gramverzerrten Totenmasken wieder entließen, löste sich der ein oder andere quälende, alteingebrannte Schmerz aus unseren vernarbten Herzen, um kreischend noch kurz um den mühsam rudernden Deckenventilator zu kreisen und dann mit einem gellenden Schrei durch die morschen Kneipendielen geradezu in die Hölle zu fahren.
Jedes Lied war ein Mord und eine Auferstehung.
Wir sind dutzende Male verbrannt, um im Morgengrauen wieder wie der Phönix aus der Asche unserer Existenz zu steigen.
Nehmt sie hin diese Lieder! Als Teil unserer selbst. Wir haben sie uns aus unseren gequälten Herzen geschnitten, um sie der Welt zu schenken!
Um durch sie so mancher gepeinigten Seele einen Teil ihres Schmerzes zu nehmen, ihre Wunden zu heilen und die Isolation ein Stück weit erträglicher zu machen.

Bands in Love

Dass sich zwei Bands ineinander verlieben, ist ein äußerst seltener Fall im Popgeschäft. Bands sind in der Regel erbarmungslose Konkurrenten.
Ja, wer ist die heißeste Katze der Stadt? Wer hat die coolsten Styles? Wer liefert den heißesten Scheiß? Garantiert nicht die Anderen!

Im Falle von Isolation Berlin und Der Ringer muss es aber tatsächlich „Boom!“ gemacht haben auf ihrer gemeinsamen Tournee im letzten Frühling.
„Wir lieben diese Band!“ sagen seither beide über die jeweils andere Gruppe. Tausend Tränen sollen geflossen sein am letzten gemeinsamen Tourtag.

Dass ihr gemeinsames Zeugnis homoerotischer Popogamie ausgerechnet „Ich gehör nur mir allein“ heißt, ist natürlich die pure Lust an sexueller Ironie in Zeiten von regsamer Digitalität und Post-Porn.
Aber klar, aus der Unnahbarkeit des eigenen Körpers schöpft der Popkünstler nur allzu gerne seinen Mythos. Du darfst mich konsumieren, aber Du wirst mich niemals besitzen. Ja, like mich am Arsch!

Dass Jannik Schneider von Der Ringer und Tobias Bamborschke im Song „Ich bin so unendlich schön“ um die ungeteilte Aufmerksamkeit im Duett batteln, ist hier genauso selbstverständlich und meta wie der der Cloud-Rap-beeinflusste Indierock in „Total Recall“. Auf der B-Seite gehen die Pferde dann gleich völlig mit beiden Bands durch, wenn sie durch den Ambient-Drone der „M10″-Tram schließlich im heidnischen Pfeffirausch im Pubrock von „My Friends Don’t Like Me“ landen.

Am Morgen danach der Kater. Ein Blick in den Spiegel. Total Recall.

Schon wieder unendlich schön.

PS: Der Ringer veröffentlichen am 30.01.2017 ihr Debüt-Album bei Staatsakt. Isolation Berlin ziehen sich nach den Konzert Dates im Dezember zurück um ihr zweites Album aufzunehmen.

 

 

 

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